Wenn Sie mich fragen würden, in welche Region oder an welchen Ort ich immer wieder nach Afrika zurückkehren würde, dann muss ich tatsächlich nicht sehr lange überlegen: an den Zambezi. Sicherlich habe ich auf unzähligen Reisen viele wunderschöne Orte gesehen, die mich auch tief beeindruckt haben, aber letztlich hat der Sambesi Fluss einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen.

Generell bin ich von den Flüssen Afrikas sehr angetan, jedoch hat der Sambesi für mich eine ganz besondere Faszination. Schwer zu beschreiben, woran genau das liegen mag, aber an diesem mächtigen Fluss zu sitzen (immerhin der viertlängste Fluss Afrikas) und den Blick schweifen zu lassen fühlt sich einfach herrlich an. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich hier nun schon drei Mal eine Kanusafari unternommen habe und das jedes Mal sehr genossen habe.

Zuletzt durfte ich dies im Mai 2016 erleben als ein großer Wunsch in Erfüllung ging und ich in den Mana Pools Nationalpark in Simbabwe reisen konnte. Vor einigen Jahren war ich schon einmal auf der entgegengesetzten Seite in Sambia im Lower Zambezi Nationalpark und dieser Park hat mich ebenfalls schon sehr beeindruckt. Ich erinnere mich auch noch sehr gut an eine Unterhaltung auf einer Messe, wo ich die These aufstellte, dass ja die gegenüberliegende Seite im Simbabwe sich sicher gar nicht allzu sehr von seinem Nachbarn in Sambia unterscheiden wird – woraufhin ich ein „that’s discussable“ erwidert bekam. Von da an war der Wunsch geboren, einmal in den Mana Pools Nationalpark zu reisen.

Nach einer Tour durch Simbabwe hatte ich dann die Gelegenheit für zwei Tage zu verlängern und endlich dorthin zu reisen. Ich übernachtete im wunderschönen Zambezi Expeditions Camp von Afrian Bush Camps, ein Camp ganz nach meinem Geschmak. Zambezi Expeditions ist direkt am Flussufer gelegen und somit ideal um die wildreichen Regionen rund um den mächtigen Zambezi zu erkunden. Das mobile Zeltcamp vermittelt seinen Besuchern ein perfektes „à la Hemingway“ Safarierlebnis fernab der Touristen-Hotspots und ist mit nur sechs Zelten entsprechend klein. Es wird auch nur saisonal in der Trockenzeit von April bis Mitte November betrieben, hat aber inzwischen einen permanenten Platz für die ganze Saison. Während meines Aufenthaltes 2016 musste das komplette Camp alle 14 Tage den Platz wechseln, da es noch keine permanente Genehmigung von staatlicher Seite gab, über mehrere Monate hinweg den gleichen Campingspot zu benutzen. Was ein unglaublicher logistischer Aufwand für die ganzen Mitarbeiter des Camps, aber dies gehört inzwischen zum Glück der Vergangenheit an. Die Zelte sind alle unter großen schattenspendenden Bäumen gebaut und mit Buschdusche und Spültoilette ausgestattet. Jedes Zelt hat einen eigenen kleinen Sitzbereich mit freier Sicht auf den Sambezi – sogar vom Bett aus kann man während der Hitze des Tages den Blick auf das traumhafte Flusspanorama genießen.

Landschaftlich gehört Mana Pools für mich zu den absolut schönsten Regionen, die ich im ganzen südlichen Afrika gesehen habe. Der Park erstreckt sich über 50 km unmittelbar am Sambesi entlang. Der Blick über den Fluss bis hin zu den Bergen des Zambezi Escarpments im Hintergrund bildet eine spektakuläre Kulisse, vor allem am Abend zum Sonnenuntergang und dem obligatorischen Sundowner. Hinzu kommen die für Mana Pools typischen Apfelringakazien (auch Anabäume genannt), die ihr Übriges dazu tun, den Park unverwechselbar und einzigartig zu machen. Zahlreiche weitere Bäumen säumen das wunderschöne Ufer wie z.B. große Lebewurstbäume oder auch Mahagonis. Mana bedeutet in der lokalen Sprache der Shona übrigens „vier“, was auf die vier Wasserbecken zurückzuführen ist, die sich während der Regenzeit füllen. In der Trockenzeit stellen diese permanent wasserführenden Pools die einzige Wasserquelle dar und ziehen daher naturgemäß zahlreiche Wildtiere an. Dementsprechend sind in dieser Zeit dann auch die Wildbeobachtungen am besten. Ich selbst war im Mai dort, also noch relativ kurz nach der Regenzeit und alles war noch sehr grün und üppig bewachsen und Wasser war überall noch reichlich vorhanden.

von: Steffi Klein

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