Die Heimat der Berggorillas

Uganda – „die Perle Afrikas“ wie einst von Winston Churchill bezeichnet, trägt diesen Namen bis heute wohlverdient. Das Land ist einerseits geprägt von Savanne, Regenwald und Seen und andererseits von der Metropole und Hauptstadt Kampala mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Entebbe mit seinem botanischen Garten, wo Szenen aus den ersten Tarzan Filmen mit Johnny Weissmüller in den 1940iger Jahren gedreht wurden oder Jinja, der viertgrößten Stadt Ugandas, die sich direkt am Äquator befindet.

Die vielen Nationalparks könnten facettenreicher und unterschiedlicher nicht sein. Der Murchison Falls Nationalpark mit seinen spektakulären Wasserfällen und gleichzeitig der größte Nationalschutzraum des Landes, der bekannte Bwindi-Regenwald mit der einzigartigen Gorilla-Population und UNESCO Weltnaturerbe, die mächtigen Ruwenzori-Mountains an der Grenze zur DR Kongo, der berühmte Queen Elizabeth Nationalpark bekannt für seine auf Bäume kletternden Löwen und seiner abwechslungsreichen Landschaft aus Savanne, Akazienwäldern, Feuchtgebieten und dichtem Regenwald, der nahegelegene Kibale Nationalpark, der sich zurecht „Primate Capital of the World“ nennt und nicht weniger als dreizehn Primatenarten in seinem tropischen Regenwald hegt und pflegt, der Mgahinga Gorilla Nationalpark an den nördlichen Hängen der Virunga-Vulkane, wo außer Berggorillas auch die gefährdeten Goldmeerkatzen Schutz gefunden haben und viele weitere einzigartige Nationalparks. 

Zudem bietet Uganda zahlreiche Seen, darunter den berühmten und drittgrößten See der Welt, der Victoria See, der fischreiche Lake George, der durch den ca. 40km langen Kazinga Kanal mit dem größeren Edward See verbunden ist sowie der Lake Bunyonyi oder Lake Mburo. 
Der Ruf der Nation als ‘Afrikas freundlichstes Land’ entspringt aus der Tradition der Gastfreundschaft, die durch die kulturelle Verschiedenheit der Bevölkerung verbreitet ist. Bemerkenswert ist auch die niedrige Kriminalitätsrate und das Entgegenkommen gegenüber der Touristen.

Reiseinfos

Reisezeit: 

Da die Niederschläge in den Monaten April, Mai, Oktober und November größtenteils kurze Platzregen sind und keine mehrstündigen Regenfälle, kann das ganze Jahr über nach Uganda gereist werden.

Einreisebestimmungen: 

Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Einreisevisum. Seit dem 1. Juli 2016 kann ein Visum nur noch online auf der Webseite www.visas.immigration.go.ug beantragt werden. Dabei sind eingescannte Passkopien, Passbilder, Gelbfieberimpfungsnachweis und gegebenenfalls andere Nachweise hochzuladen. Nach abgeschlossenem Verfahren wird das Visum dann gegen Vorlage von Pass und Originalnachweisen sowie Zahlung der Visagebühr (per Kreditkarte) bei Einreise erteilt.

Visum: 

Reisedokumente müssen ab Einreise mindestens noch sechs Monate lang gültig sein. 

Gesundheit und Impfungen: 

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist für alle Reisenden ab dem Alter von einem Jahr zwingend vorgeschrieben, siehe www.who.int. Wegen der immer wieder vorkommenden Ausbrüche von Gelbfieber ist eine Impfung auch medizinisch sinnvoll.

Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose). Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Impfungen gegen Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY), Typhus und Tollwut empfohlen.

Malaria
Landesweit und ganzjährig besteht ein hohes Übertragungsrisiko von Malaria, verstärkt während der Monate maximalen Niederschlags (April bis Mai, November). Plasmodium falciparum (Erreger der Malaria tropica) wird in über 85% der Fälle nachgewiesen.

Durchfallerkrankungen
Zum Schutz vor Durchfallerkrankungen, wie Cholera, sollte kein Leitungswasser getrunken werden.

Zeitverschiebung: 
Sommerzeit: +1 Stunde nach Deutscher Zeit; Winterzeit: +2 Stunden nach deutscher Zeit
Währungen: 
Uganda-Schilling
Verkehr: 

Linksverkehr

Vorwahl(en): 

+256

Ländercode: 
UGA
Hauptstädte: 
Kampala
Wichtige Hintergrundinformationen zur Sicherheit: 

Demonstrationen und Proteste aus politischen und sozialen Gründen können sich spontan entwickeln und unvorhersehbar eskalieren. Bei Reisen innerhalb von Uganda wird generell zu Vorsicht und Wachsamkeit geraten. In der Vergangenheit führten Konflikte in den Bezirken Kasese und Bundibugyo zu zahlreichen Todesopfern. Hintergrund sind Streitigkeiten zwischen den Bakonzo aus dem Bantu-Königreich Rwenzururu und rivalisierenden Gruppen des davon abgespaltenen Königreichs Bamba. Reisende sollten Menschenansammlungen meiden und den Anweisungen lokaler Behörden folgen.

Bitte beachten Sie: Alle Hinweise beruhen auf derzeitigen Informationen (Stand Juni 2020). Aktuelle oder detaillierte Informationen finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de).

Das Land

Land auf englisch: 
Republic of Uganda
Geschichte: 

Vor der Kolonialisierung hatte Uganda eine lange Geschichte als Monarchie. Bereits 1860 entdeckten britische Missionare das Potential, welches in Uganda steckte. Nach der Missionierung der Bevölkerung wurde Uganda 1894 von Großbritannien erobert und angegliedert. Baumwolle und Kaffee wurden angebaut und in Massen nach Europa gebracht. Bereits in den 1950er Jahren kam der Dekolonialisierungsprozess auch bei der ugandischen Bevölkerung an. Nach zahlreichen Unabhängigkeitsbestrebungen, fanden bereits 1958 die ersten Parlamentswahlen statt. Die Unabhängigkeit erlangte Uganda 1962. König Mutesa II. wurde zum Präsident und Milton Obote wurde zum Premierminister gewählt. Die neue Regierung setzte sich allerdings eine radikale Sozialisierung Ugandas zum Ziel, so dass diese Anfang der 70er Jahre von Idi Amin abgesetzt wurde. Mit der Regierungsübernahme begann eine Zeit, welche von Angst und Schrecken geprägt war. In dieser Zeit wurden etwa 300.000 Oppositionelle, Zuwanderer und andere Volksstämme ermordet. Auf den Straßen herrschte Furcht und Misstrauen. Eine Gruppe von Rebellen ging gegen die unzumutbaren Zustände vor und eroberte mit Hilfe der Tansanier die Hauptstadt Kampala. Jedoch wurde Milton Obote bereits 1980 erneut zum Präsidenten gewählt, wobei ihm Wahlbetrug vorgeworfen wurde. Er ließ politische Gegner noch schärfer verfolgen und ermorden. Yoweri Kaguta Museveni, der Anführer der National Resistance Army, gelang es die Regierung durch einen Guerillakrieg abzusetzen und wurde neuer Präsident. Jedoch wurde der Bürgerkrieg nicht gestoppt, da die Lord’s Resistance Army unter der Leitung Joseph Koneys, auch nach der Terrorherrschaft den Bürgerkrieg weiter ausdehnte. Heute sind die Wahlen frei und demokratisch. Museveni wurde nach Ende des Bürgerkrieges erneut gewählt. Seit diesem Zeitpunkt sind die politischen Verhältnisse in Uganda recht stabil.

Lagebeschreibung: 

Uganda liegt im zentralen Osten Afrikas. Es grenzt im Norden an Äthiopien und an den Sudan, im Osten an Kenia, im Süden an Ruanda und Tansania und im Westen an die Demokratische Republik Kongo.

Infrastruktur: 

Durch die Folgen des Bürgerkrieges ist die Infrastruktur größtenteils zerstört. Die Regierung ist momentan sehr bemüht die Infrastruktur mit internationaler Unterstützung wieder aufzubauen. Der Verkehr in Uganda ist im Vergleich zu dem in Deutschland gefährlich. Dies liegt an den äußerst schlechten Straßen und an dem rasanten und risikoreichen Fahrstil der Einheimischen. Autotüren und Fenster sollten von Touristen zum Schutz vor Raubüberfällen immer geschlossen bleiben.

Flora und Fauna: 

Die Pflanzenwelt in Uganda ist besonders vielfältig. Der Übergang von Savanne in Regenwald bietet optimale klimatische Bedingungen für besonders außergewöhnliche Pflanzen. Die unteren Höhenlagen Ugandas bestehen hauptsächlich aus Feuchtsavannen. Dort wachsen hauptsächlich hohe Gräser und vereinzelte Baumgruppen. Diese geht in den etwas höheren Lagen in einen Bergregenwald über, welcher den größten Teil des Landes bestimmt. Ganz anders sieht es im Norden und Nordosten des Landes aus. Diese Region wird von Trockensavannen und Halbwüsten bestimmt. Die Großwildbestände Ugandas wurden durch starke Wilderei in den letzten Jahren stark dezimiert und einige Wildtierarten wurden beinahe ausgerottet (Spitzmaul- und Breitmaulnashörner). Die restlichen Arten sind dabei sich wieder zu erholen. Neben Großkatzen, wie beispielsweise Löwen, Geparde und Leoparde gibt es in Uganda auch verschiedene Antilopenarten, Nashörner, Elefanten, Büffel, Flusspferde, Zebras und verschiedene Primatenarten, wie Schimpansen, Paviane und Meerkatzen. Besonders berühmt sind die vom Aussterben bedrohten Berggorillas, welche die Haupttouristenattraktion Ugandas ausmachen.

Klima: 

In Uganda herrscht insgesamt ein sehr ausgeglichenes und gemäßigtes Klima, welches an mitteleuropäische Verhältnisse erinnert. Da sich der größte Teil des Landes auf einem Plateau von 1.000 Metern befindet, bewegen sich die Tagestemperaturen zwischen 25°C bis 35°C und nachts kühlt es auf 18°C bis 12°C ab. Vermehrte Niederschläge gibt es in den Monaten April und Mai sowie Oktober bis November.

Bevölkerung: 

Uganda verzeichnet in etwa 27,3 Millionen Einwohner. Die Zahlen variieren jedoch stark aufgrund der Flüchtlinge, welche aus dem Sudan, aus Ruanda und aus dem Kongo einreisen. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern ist Uganda relativ dicht besiedelt. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Streusiedlungen auf dem Land. Insgesamt gibt es in Uganda über 50 verschiedene Volksgruppen. Über die Hälfte der Einwohner sind Bantu. Die größte Gruppe innerhalb der Bantu sind die Badanda mit etwa 18% der Bevölkerung. Im Norden befinden sich vor allem nilotische Völker. Auch eine kleine Gruppe von Europäern und Asiaten hat sich in Uganda niedergelassen.

Sprachen: 
Englisch
Religion: 

Der Hauptteil der Bevölkerung ist überwiegend christlich (circa 45 Prozent katholisch, circa 35 Prozent anglikanisch - Church of Uganda; sowie zunehmend fundamentalistisch-freikirchliche Gruppen) und circa 10 Prozent Muslime.

Essen & Trinken: 

In und um Kampala gibt es zahlreiche Restaurants. Alle staatlichen Hotels bieten einheimische und internationale Gerichte an. Spezialitäten sind Matooke (Bananenbrei), Hirsebrot, Maniok, Süßkartoffeln, Huhn- und Rindfleischeintöpfe sowie Meeresfrüchte. Das Nationalgetränk ist Waragi, ein Bananen-Gin.

Feiertage: 

Neben den uns bekannten Feiertagen, wie Neujahr, Ostern, 1. Mai, Pfingsten und Weihnachten, feiern die Einheimischen Ugandas am 26.1. ihren Befreiungstag, am 8.3. den Frauentag, am 3.6. den Märtyrertag, am 9.10. den Tag der Nationalhelden und am 9.10. die Unabhängigkeit.

Kleidung: 

Die Kleidung der ugandischen Bevölkerung ist der unseren relativ ähnlich. An besonderen Festtagen tragen besonders Frauen und Männer aus den ländlichen Gegenden ein weißes traditionelles Kleid bzw. Gewand.

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