Der König der Löwen - die realen Tiere im Überblick

Seit Ende letzter Woche ist es endlich soweit und das lang ersehnte Remake des legendären „Der König der Löwen“ ist in den Kinos zu sehen. Seit 1994 hat die Geschichte des jungen Löwen Simba, der seinen Platz im „ewigen Kreis des Lebens“ sucht, zahlreiche Herzen erobert.

Nach 25 Jahren kommt der erfolgreiche Disney Klassiker nun auf die große Leinwand in Form eines Realfilms zurück. Was Zuschauer abgesehen von den faszinierenden Tieren Afrikas erwartet, ist außerdem eine Landschaft, die den Atem raubt. Wie auch schon für den 1994 erschienenen Zeichentrickfilm reiste auch dieses Mal ein Disneyteam nach Kenia, um sich von der Landschaft inspirieren zu lassen sowie die Bewegungen und das Verhalten der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Reisen Sie zurück in das Jahr 1994, als Sie als Kind, Eltern oder vielleicht auch schon als Großeltern den Disneyfilm geschaut haben. Heute, 25 Jahre später und nach dem "Kreis des ewigen Lebens" haben Sie vielleicht selbst Kinder, sind Großeltern geworden oder wollen einfach nochmal zurück in Ihre Kindheit reisen und die Neuverfilmung im Kino ansehen. Wir begleiten Sie durch die faszinierende Tierwelt des Films und vielleicht gibt es das ein oder andere über Ihre "König der Löwen"-Lieblinge, das Sie noch nicht wussten. Wer diesen hautnah auf einer Afrikareise begegnen möchte, erfährt außerdem, wo Sie die Tiere am besten finden können.

Simba, Nala, Mufasa & Co.

Simba, Nala, Sarabi und Mufasa einmal in freier Wildbahn und in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten ist ein Traum vieler Afrikareisender. Die Masai Mara in Kenia, die Serengeti in Tansania oder der Krüger Nationalpark in Südafrika besitzen eine hohe Dichte an Raubkatzen und sind beinahe ein Garant dafür, Löwen zu sehen. 

Simba bedeutet in Swahili übrigens „Löwe“, aber auch die anderen Namen der königlichen Löwenfamilie haben eine Bedeutung. So lautet die Übersetzung für Mufasa "König", Sarabi bedeutet "Fata Morgana" und Nala "Geschenk".

Wie Simba sind Löwenjungen auch in Wirklichkeit sehr verspielt, während ein ausgewachsener Löwe bis zu 20 Stunden am Tag schläft, um Energie zu sparen und die Hitze des Tages zu vermeiden. Sie sind eher nachts unterwegs, wenn es kühler ist und es sind insbesondere die Weibchen, die größtenteils auf die Jagd gehen. 

Timon

Timon ist einer der wenigen Charaktere, dessen Name keine Bedeutung in Swahili hat. Das freche und witzige Erdmännchen, das zur Familie der Mangusten gehört, amüsiert uns nicht nur mit seinen Sprüchen, sondern ist auch immer für seine Freunde Simba und Pumbaa da. Auch in der Realität haben die Erdmännchen, die häufig in kleinen Kolonien zusammenleben, ein ausgeprägtes Sozialverhalten und kennen den Begriff der Arbeitsteilung. Während einige von ihnen auf Nahrungssuche (Insekten) gehen oder Höhlen graben, halten die anderen auf ihren Hinterbeinen Ausschau nach Feinden und Gefahren. 

Erdmännchen sind in trockenen Regionen zuhause und in der Kalahari Wüste in Botswana, in weiten Teilen der Namib Wüste in Namibia und in Südafrika zu finden. 

Pumbaa

Mindestens ebenso amüsant wie Timon ist sein Freund Pumbaa (Swahili für "albern", "dümmlich"), das Warzenschwein. Gemeinsam bringen sie dem kleinen Simba ihre Lebensphilosophie „Hakuna Matata“ nahe. Das swahilische Sprichwort ist in Ostafrika tatsächlich weit verbreitet und bedeutet „kein Problem“ bzw. „keine Sorgen“.

Warzenschweine leben in Savannen und lichten Wäldern und sind u.a. in Tansania, Kenia, Südafrika und Namibia verbreitet.
Ihren Namen „Warzenschwein“ verdanken die Tiere den Vorsprüngen an den Seiten ihres Gesichts. Diese Vorsprünge sind eine Kombination aus Knochen und Knorpel und schützt ihr Gesicht, wenn sie kämpfen. 

Warzenschweine gehören zu den „Ugly Five“ und obwohl sie es in puncto Schönheit nicht mit Löwen und co. aufnehmen können, sind sie in der Realität aber mit Vergnügen anzusehen. Sie rennen mit aufgestelltem Schwanz und wenn sie fressen, beugen sie sich auf ihre Vorderbeine. 
Trotz bester Freunde im Film, sind Löwen und andere Raubtiere eigentlich die größten Feinde von Warzenschweinen. Sie selbst sind Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von Gras, graben nach Wurzeln und Zwiebeln, wenn es trocken ist oder fressen gelegentlich Fleisch. 

Rafiki

Der weise Rafiki mit dem bunten Gesicht, das an eine Kriegsbemalung erinnert, ist ein Mandrill, eine Primatenart mit roten und blauen Färbungen im Gesicht. Er ist in den Regenwäldern Zentralafrikas (z.B. Kongo, Kamerun etc.) zuhause. Im Film lebt Rafiki, was in Swahili „Freund“ bedeutet, in einem Baobab Baum (Afrikanischer Affenbrotbaum), der in Ostafrika weit verbreitet ist. Nahezu jeder Teil des Baobabs findet in der afrikanischen Volksmedizin Verwendung. Auch im Film sehen wir Rafiki häufig, wie er aus Früchten und Samen Farben und Pasteten zusammenrührt.

Mit seinem Stock tanzt und singt er in der Baumkrone Lieder wie "Asante sana matsch banana we we nugu, mi mi hapana", einer Mischung aus Swahili und Kikuyu (Bantusprache in Kenia). Der letzte Teil des Liedes bedeutet soviel wie "du bist ein Affe und ich nicht." Und tatsächlich ist Rafiki mehr als "nur" ein herumalbernder Affe. Rafiki ist, wie sein Name antizipieren lässt, ein ergebener Freund. Er ist nicht nur ein Freund der königlichen Familie, sondern auch ein Führer für den verlorenen Simba. Einige der berührendsten Momente der Geschichte ereignen sich aufgrund seiner Ratschläge und seiner Anleitung. Wer kennt nicht die Szene, bei der Rafiki Simba mit seinem Stock auf den Kopf haut:

Simba: 'Au. Hey, warum hast du das gemacht?' 
Rafiki: 'Ist doch egal, es ist Vergangenheit.' 
Simba: 'Ja, aber es tut immer noch weh.' 
Rafiki: 'Oh ja, die Vergangenheit kann weh tun. Aber wie ich es sehe läuft man entweder davon, oder man lernt daraus.'

Zazu

Zazu, der Haushofmeister von König Mufasa ist ein Rotschnabeltoko und gehört zur Familie der Nashornvögel. Er ist in weiten Teilen Afrikas und u.a. in Kenia, Tansania und im Osten Ugandas verbreitet.

Der sich strikt an Regeln haltende und loyale Zazu trällert häufig gerne Lieder, während reale Rotschnabeltokos vielmehr gluckende Geräusche von sich geben. 
Interessanterweise ist der Name Zazu ein traditioneller hebräischer Mädchenname und wird mit "Bewegung" übersetzt. Vermutlich ist der Name eine wörtliche Verbindung zu einem flugfähigen Vogel umgeben von geerdeten Löwen.

Shenzi, Banzai und Ed

Die böshaften und dümmlichen Hyänen Shenzi ("wild"), Banzai ("lauern") und Ed sind die größten Rivalen von Simba und seiner Familie. Auch in Wirklichkeit sind Hyänen die größten Rivalen von Löwen. 


Hyänen sind große, hundeartige Fleischfresser, gehören aber weder zur Familie der Hunde noch der Katzen. Stattdessen sind sie so einzigartig, dass sie eine eigene Familie bilden. Es gibt vier verschiedene Hyänenarten, aber nur eine Art, die Tüpfelhyäne, ist für ihr hysterisches Lachen bekannt. 
Komplexe soziale Gruppen, listige Taktiken und ihr nachtaktives Verhalten lassen Menschen Hyänen als schändliche Aasfresser wahrnehmen, die auf der Suche nach ihrer nächsten Mahlzeit durch die Savanne streifen. Hinzu kommt, dass sie jedes Mal, wenn sie eine Beute gnadenlos töten, in ein verrücktes Lachen ausbrechen. Doch Hyänen haben weder einen dunklen Sinn für Humor, noch sind sie widerwärtige Narzisstinnen, die über ihre eigenen schrecklichen Witze lachen. Stattdessen scheinen Hyänen immer dann die lachenden Geräusche zu machen, wenn sie sich in einer Art sozialen Konflikt befinden, zum Beispiel im Kampf um Nahrung. 

Was Shenzi, Banzai und Ed mit Pumbaa gemeinsam haben? Hyänen gehören aufgrund ihres unattraktiven Erscheinungsbildes ebenfalls zu den Ugly Five