Tansania sagt endlich Nein zur Fernstraße durch die Serengeti

Jeffrey Van Staden - 25. Juni 2011 - 8:20

Autor: Zoologische Gesellschaft Frankfurt

ZGF begrüßt die Erklärung des tansanischen Umweltministers - Tansania sagt endlich Nein zur Fernstraße durch die Serengeti!

Bei der 35. Sitzung des Welterbe-Komitees der UNESCO in Paris gab es gestern (23.Juni) einen entscheidenden Fortschritt bei der Sicherung der Serengeti, die durch die Ankündigung der tansanischen Regierung, eine Straße quer durch den Nationalpark bauen zu wollen, auf die Liste der "gefährdeten Welterbegebiete" gesetzt werden sollte.

Der tansanische Umweltminister Ezekiel Maige stellte gegenüber der UNESCO schriftlich klar, wie Tansania den Bau eines Straßennetzes im Umfeld der Serengeti plane. Danach soll eine Teerstraße von Osten kommend in Loliondo enden, von Westen kommend in Mugumu. Damit werden diese Gemeinden an das Straßennetz um Arusha und den Viktoria-See angebunden. Die Pisten durch den Park bleiben ungeteert, unter der Hoheit der Nationalparkbehörde TANAPA und wie bisher nur für touristische und administrative Zwecke nutzbar. Dass die Straße unter TANAPA-Hoheit bleibt und nicht zu einer Straße für kommerziellen Verkehr wird, ist ein entscheidender Durchbruch.
Ebenso die Tatsache, dass auch die Verbindungsstücke von der Parkgrenze bis jeweils nach Loliondo und Mugumu nicht geteert werden sollen.

Darüber hinaus erwäge die Regierung von Tansania den Bau einer Straße von Mugumu nach Arusha, die den Serengeti Nationalpark und die Ngorongoro Conservation Area südlich umfahre, so der Minister.

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die sich von Anfang an für eine Umfahrung der Serengeti im Süden statt einer Durchquerung im Norden stark gemacht hatte, begrüßt diese Entwicklung in der Diskussion um die Straße außerordentlich. Auch wenn die tansanische Erklärung noch deutlicher jeglichen kommerziellen Verkehr durch die Serengeti hätte ausschließen können, so sind die jetzigen Äußerungen als wichtiger Schritt in die richtige Richtung zu werten. Insbesondere die großen Geber sind jetzt gefragt, den Prozess der Landesentwicklung umsichtig mit dem Schutz des
Serengeti-Ökosystems zu verbinden. Das deutsche Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ hatte sich hierbei bereits zu Jahresbeginn helfend angeboten und damit sicher auch die jetzige Entwicklung positiv beeinflusst.