Oh Kenia, …..

Kenia ist ein sagenhaftes Reiseland.
Daran ändern auch die meist negativen Schlagzeilen der Medien in den letzten 10 Jahren nichts.

Die Lage als Nachbar des durch Bürgerkrieg entzweiten Somalias, hat sich in vieler Hinsicht als besonderes Unglück für Kenia erwiesen, da viele der religiös begründeten Unruhen im Nachbarland über die Grenze schwappen und Somalias islamistische Al Shabaab Miliz wiederholt Anschläge in Kenia verübt hat, um Kenia für die Unterstützung der afrikanischen Union bei den Friedensbemühungen in Somalia zu bestrafen.

Daneben ist das Land politisch aber auch leider selbst zerrissen, wie sich kürzlich wieder bei der Präsidentenwahl zeigte. Kenia ist ein Vielvölkerstaat und setzt sich aus 45 Stämmen zusammen. Historisch und traditionell wählen viele Afrikaner nicht denjenigen, der die bessere Agenda hat, sondern nach Stammeszugehörigkeit, ein Grund warum sich westlich orientierte Demokratien in Afrika so schwertun. Die Grenzen für viele Länder in Afrika wurden nicht entlang Stammesgrenzen gezogen, sondern so wie es den kolonialen Besetzern passte. Das dabei traditionelle Stammesgebiete geteilt oder verfeindetet Stämme in Ländern zusammengefügt wurden, war bei der Grenzziehung irrelevant. Diese Problematik macht sich leider heute im politischen Alltag der meisten afrikanischen Länder bemerkbar. Obwohl die Opposition somit keine wirklich sachlichen Argumente oder entscheidende Verbesserungsvorschläge für das ganze Volk hat, geht es für die Angehörigen eher darum, ihren Stamm auf dem Präsidentensitz repräsentiert zu sehen. Dass das Land dringend eine Zeit politischer Ruhe bedarf, ist dabei leider irrelevant.

Dabei hat Kenia, als führende Wirtschaftsmacht in Ostafrika ein unglaubliches Entwicklungspotential. Das Land am Äquator ist gerade in seinen Höhenlagen überaus fruchtbar, wie sich in weiten Landstrichen sehen lässt. Hier wird insbesondere Kaffee und Tee, Reis und Zuckerrohr aber auch eine Vielfalt an Obst und Gemüse sowie Getreide und Mais angebaut. Kenia bildet die Kornkammer Ost- und Zentralafrikas. Die Schnittblumen Industrie ist enorm und exportiert in 60 Länder der Welt. Nairobi, erst zur vorigen Jahrhundertwende als Zwischenlager für den Bau der Eisenbahnstrecke Mombasa- Kampala, durch die Engländer gegründet, ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Afrikas aber gleichzeitig auch eine der modernsten Städte des Kontinents. Schulbildung in Kenia wird großgeschrieben und mit einer Analphabetenrate unter 15 % gehört Kenia zu den 10 Ländern mit der besten Schulbildung in Afrika. Mit über 30 Universitäten bietet es über die Grenzen hinaus Studienmöglichkeiten für mehrere Länder Ostafrikas.

Kenia ist in vielen Bereichen sehr fortschrittlich. Der Safari Tourismus nahm hier zur Jahrhundertwende um 1900 seinen Anfang durch die Großwildjägerei. Diese zweifelhafte Trophäenjagd ist natürlich in den meisten Safaridestinationen Geschichte oder zum Glück nur noch in ganz kleinem Rahmen möglich, aber sie wurde in viel größeren Zahlen vom Safari Tourismus mit der Kamera abgelöst. Das Wort „Safari“ alleine, entstammt der in Kenia (und Tansania) gesprochenen Swahili Sprache und bedeutet Reise. Hier in Kenia nahm all das seinen Anfang, wofür wir uns heute so begeistern.
Die Tourismusindustrie ist ein wichtiger Zweig der Wirtschaft, wurde aber in den letzten 10 Jahren durch politische Streitigkeiten und Terroranschläge gehemmt.

Doch wie gefährlich sind Reisen nach Kenia wirklich?
Wenn Sie, wie in Ostafrika üblich, von einem kompetenten Guide geführt unterwegs sind, ist Kenia absolut unbedenklich zu bereisen. In Nairobi sollten bestimmte Orte gemieden werden. Ansonsten sind Sie mit erfahrenen Guides unterwegs, die Sie zu den Höhepunkten des Landes fahren und die mit Ausnahme einzelner Orte um Mombasa und Lamu, nicht gefährdet sind. Das Landesinnere um Kenias touristischen Höhepunkte, ist generell unproblematisch. Ich leitete kürzlich eine Reisegruppe in Kenia, deren Teilnehmer alle Paten/Spender einer internationalen NGO (World Vision) sind. Mitunter waren wir auf dieser Reise am Viktoriasee unterwegs und dort besonders in Regionen die touristisch sehr wenig erschlossen sind. Diese Reise war eine Herausforderung an sich, weil sie in Bezug auf den Standard der Unterbringung und die Einzigartigkeit der Attraktionen wenig zu bieten hat. Natürlich ist dieser Entwicklungsbedarf auch der Grund, dass hier NGOs überhaupt tätig sind. Auf dieser Reise bewegten wir uns im „Stronghold“ (Unterstützungsgebiet) der Opposition, just in dem Moment, als die Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Polizei besonders heiß herging und Reifen auf den Straßen in Brand gesetzt wurden.

Natürlich unternehmen wir gewöhnlich keine Urlaubsreisen in kriselnde Gebiete. Es war ein etwas unglückliches Zusammentreffen von Umständen, die dazu führten, dass die Wahl knapp 2 Monate zuvor annulliert wurde und wir nun 2 Wochen vor der Wiederwahl genau dort unterwegs waren als die Demonstrationen los gingen. Verständlicher Weise waren die Reiseteilnehmer etwas besorgt um ihre Sicherheit, zumal einige Gäste darunter afrikanischen Boden noch nie zuvor betreten hatten und damit die Situation noch schlechter einordnen konnten. Aber gerade in dieser etwas brenzligen Situation hat es mir gezeigt, wie professionell die Guides agieren und wie gut das Netzwerk zum Schutz der Touristen funktioniert. Zu jeder Zeit war mein Guide Team informiert wie die Lage der Dinge war, es bestand ein ständiger Austausch mit Nairobi und der lokalen Polizei. Die örtliche sowie die Provinzpolizei waren im Bilde über die Gegenwart einer touristischen Gruppe im „Krisengebiet“. Es wurde uns einmal sogar hoch bewaffneter Polizeischutz gewährt, um die Gruppe sicher durch demonstrierende Straßen zu geleiten. Obwohl wir uns somit ungewollt in einer politisch schwierigen Region aufhielten, empfand ich die Sicherheit unterwegs, gerade weil die Guides und lokalen Behörden sich so um unser Wohlergehen sorgten, nie als kritisch genug um die Reise für die Gruppe abzubrechen. Der Zweck der Reise war es ja, insbesondere die Projektregionen in denen World Vision tätig ist, zu sehen, sowie die Paten mit ihren Patenkindern zusammen zu führen. Dieser Zweck wurde Dank der sicheren Begleitung vor Ort, voll erfüllt und ich glaube auch sehr zur Freude der Teilnehmer. Kenia, Du hast mich wirklich wieder beeindruckt!

Der Enthusiasmus für das Land, der Level an Professionalität und das Bedürfnis der Bevölkerung, das Land von der schönen Seite zu präsentieren, ist bei den Menschen, egal welcher Stammeszugehörigkeit, zu spüren. Kenia bietet aber mehr als nur einen hohen Level an touristischer Expertise die bereits seit über 100 Jahren praktiziert wird.
Kenia ist Heimat der unvergleichlichen Masai Mara, dem Nationalpark, der kürzlich (Okt 2017) erst wieder bei den World Travel Awards als bester Nationalpark Afrikas bezeichnet wurde. Dies wird nicht nur mit der jährlichen Gnu- und Zebramigration und der spektakulären Flussüberquerung begründet. Die Masai Mara ist des Fotografens Paradies. Kaum irgendwo sieht man Raubkatzen, insbesondere Löwen, Leoparden und Geparden, so regelmäßig und in hoher Dichte.
Andere besondere Höhepunkte sind der Amboseli Nationalpark, der eine Safari mit der wohl schönsten Kulisse im Hintergrund garantiert, - dem Kilimanjaro.
Der Mount Kenia ist Afrikas zweithöchster Berg, und für Bergsteiger eine beeindruckende Herausforderung. Am Fuße des Massivs auf dem Laikipia Plateau, findet man u.a. Ol Pejeta Reservat, Heimat der größten Nashornpopulation in Ostafrika. Hier im Sweetwater NP besteht auch ein Schutzgebiet für Schimpansen, das einzige in Kenia.
Der Samburu Nationalpark ist landschaftlich besonders sehenswert. Das Gebiet ist die Heimat der mit dem Maasai Stamm verwandten Samburus. Wie auch die Maasai, zeichnen sie sich durch eine beeindruckende halbnomadische Kultur aus, voller farbenfrohen Perlenschmucks und vielen traditionellen Tänzen und Festen. Anders als die Maasai halten sie allerdings außer Kühen, Ziegen und Schafe auch Kamele.
Der Ostafrikanische Grabenbruch ist insbesondere für seine sensationell, vogelreichen Seen bekannt, wie den Lake Nakuru, Lake Naivasha, Lake Bogoria und Lake Elementaita. Saisonal sieht man hier eine große Anzahl an Flamingos, Pelikanen und sonstige Wasservögel, aber auch zahlreiche Säugetiere, wie Büffel, Giraffen, Nashörner, verschiedene Antilopen und Löwen, z.B. am Lake Nakuru.
Die Küste (wobei wir Mombasa und alles nordöstlich davon Gelegene, aus eingangs erwähnten Gründen vorübergehend nicht bewerben) ist atemberaubend mit weißen Stränden, seichten türkisblauem Wasser und gesäumt von tropischer Vegetation und Kokosnuss Palmen. Diani Beach und alles was südlich davon gelegen ist, kann man derzeit wunderbar bereisen.
Tsavo Ost und Tsavo West Nationalpark sind nach wie vor besonders wegen der räumlichen Nähe zur Küste ideal für einen Safari- & Strand Aufenthalt geeignet. Beide Parks bieten in malerischer Landschaft Big 5 Safari Erlebnisse nur wenige Stunden von der Küste entfernt.
Dies sind nur einige von Kenias Höhepunkten.

Weil Kenia es so Wert ist, haben wir nächstes Jahr eine Sonderreise in dieses Land aufgelegt, die einer unserer Ostafrikaexperten persönlich begleiten wird. Reisezeit ist natürlich dann, wenn die Gnu- und Zebramigration gerade in der Maasai Mara verweilt und eine Gelegenheit besteht die sensationelle Flussüberquerung zu sehen. Die Reise bietet einen klaren Fokus auf Natur und Wildreichtum aber wir haben auch kulturelle Aspekte eingebaut, weil es gerade die Menschen sind die Kenia auch so spannend machen. Als besonderen Höhepunkt erleben wir den wohl spannendsten Heißluftballonflug in Afrika- ein Flug über die Masai Mara. Die Gruppengröße wird 12-18 Personen betragen, wobei sich die Teilnehmer in 3 Fahrzeuge aufteilen und somit immer nur max. 6 Teilnehmer pro Fahrzeug einen Guide und einen deutschen Übersetzer teilen. Fragen Sie hier nach Informationen zu dieser Reise: heike@elangeni.de