Das Land der eindrucksvollen Ruinen

Simbabwe - vor dem Bürgerkrieg noch die "Kornkammer Afrikas"- ist das Land,welches die Vorzüge Südafrikas und Botswanas zu vereinen scheint. Die Infrastruktur ist, wie auch in Südafrika recht gut, das Straßennetz weit ausgebaut - an Abwechslungsreichtum der Landschaft ist es kaum zu übertreffen. Die Wildnis und Nationalparks sind ähnlich spektakulär wie in Botswana mit hoher Wilddichte und großer Artenvielfalt. Wer in diesem Land eine Highlights Tour machen möchte, sollte idealerweise etwas mehr Zeit mitbringen. Denn alle besonderen Sehenswürdigkeiten teilen sich in die äußersten Ecken des Landes auf: von den Victoria Wasserfällen im Nordwesten zum üppig grünen Hochland der Chimanimani Mountains im Osten. Vom Gonarezhou Nationalpark ganz im Süden bis zu einem der schönsten Tierreservate Afrikas - dem Mana Pools Nationalpark im Norden. Nicht zu vergessen, den etwas schwer zugänglichen Lake Kariba, welcher Simbabwe trotz Binnenlandstatus, trotzdem Optionen für "Bush & Beach" bietet. Auch nicht missen darf man aber Great Zimbabwe, eines der ältesten historischen und kulturellen Denkmäler Afrikas, den obskuren Matopo Nationalpark, Hwange und die Chinoi Caves- Highlights, die sich weiter im Inland befinden. Nachdem sich Simbabwe nach einer politischen und wirtschaftlichen Krise in den letzten 10 Jahren nur langsam wieder dem Tourismus öffnet, wird empfohlen vorrübergehend nur Reisen mit professioneller Reiseführung durchzuführen.

Reiseinfos

Reisezeit: 

Die beste Reisezeit für Simbabwe ist die Trockenzeit von April bis Oktober, zu diesem Zeitpunkt kann man am besten die Tiere auf Safaris beobachten. Am allerbesten eignen sich speziell die Monate April oder September/Oktober, da die Temperaturen angenehm sind. Von Mai bis August sind die Temperaturen auch angenehm, können am Abend aber sehr runter gehen. Die Regenzeit von November bis März eignet sich nur für diejenigen, die die Victoria Fälle dann sehen möchten, wenn sie durch das viele Wasser am eindrucksvollsten sind. Andernfalls ist es in diesen Monaten sehr heiß und es fällt viel Regen.

Einreisebestimmungen: 

Ein touristisches Visum für deutsche Staatsangehörige bekommt man gegen USD 30,- (eine Einreise), für USD 45,- (zwei Einreisen) in bar an den Flughäfen in Harare, Bulawayo oder Victoria Falls und an den Grenzübergängen. Damit darf man sich 3 Monate in Simbabwe aufhalten ohne jedoch jegliche Art von Tätigkeit im Lande auszuüben. Sie können Ihr Visum bereits im Vorfeld in der simbabwischen Botschaft oder im Konsulat rechtzeitig beantragen. Bei Aufenthaltsverlängerung in Simbabwe oder falls Sie beabsichtigen ein Nachbarland zu besuchen, wird eine Visumsverlängerung bzw. ein Multiple-Entry-Visum benötigt, welche im Department of Immigration zu erhalten sind.

Visum: 

Reisepässe der Einreisenden müssen mindestens einen Monat über die Reise hinaus gültig sein.

Gesundheit und Impfungen: 

Da Simbabwe durch Malariagebiete führt, wird Reisenden ein besonderer Mückenschutz durch helle, bedeckende Kleidung und ausreichend Mückenspray empfohlen. Hohe Risiken bestehen vor allem im Norden (Sambesital), an der Grenze zu Mosambik im Osten und in der Region der Victoria Fälle. Im Süden sind die Risiken gering, eine Malariaprophylaxe ist dennoch für das ganze Land empfehlenswert. Durch große Hygieneprobleme werden neben den Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie und Polio, ggf. auch gegen Keuchhusten (Pertussis), Mumps, Masern, Röteln (MMR) und Influenza) außerdem Impfungen gegen folgende Krankheiten empfohlen: Cholera, Typhus, Hepatitis A. Bei längerem Aufenthalt: Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Tollwut. Wasser immer abkochen oder nur Trinkwasser und Flaschenwasser, auch zum Zähneputzen oder Geschirrspülen, verwenden. Allgemein gilt, stark auf Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene zu achten.

Zeitverschiebung: 
Die Zeitverschiebung zwischen Mitteleuropa und Simbabwe beträgt +1 Stunde im Winter. Zur mitteleuropäischen Sommerzeit gibt es keine Zeitverschiebung.
Währungen: 
US Dollar
Verkehr: 

Linksverkehr

Vorwahl(en): 

+263

Ländercode: 
ZWE
Hauptstädte: 
Victoria Falls
Wichtige Hintergrundinformationen zur Sicherheit: 

In Simbabwe – wie in den meisten anderen afrikanischen Ländern auch- ist Homosexualität verboten und wird in der Gesellschaft als unmoralisch empfunden. Bei homosexuellen Handlungen ist mit einer Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Haft zu rechnen.

Das Land

Land auf englisch: 
Republic of Zimbabwe
Geschichte: 

Um 1860 begannen erstmals mehrere Europäer das Land „Great Zimbabwe“ (Großes Steinhaus) mit seinen wertvollen und alten Ruinen zu erforschen, nachdem man im Mashonaland Gold gefunden hatte. Um 1888 besetzten nun weiße Siedler große Landesteile, was zu mehreren erfolglosen Aufständen von Seiten der einheimischen Ndebele und Shona gegen die Siedler führte. 1895 hieß das Land nun Rhodesien, abgeleitet vom britischen Gründer Cecil Rhodes, und stand unter britischer Verwaltung. 1923 wurde aus Rhodesien die britische Kolonie Südrhodesien mit Selbstverwaltungsrecht. Es folgten Diskriminierung der afrikanischen Bevölkerung durch Rassentrennungsgesetze. Zusammen mit dem heutigen Sambia, damals Nordrhodesien und dem heutigen Malawi, damals Njassaland, bildete Südrhodesien ab 1953 die Zentralafrikanische Föderation, die zehn Jahre später mit der Unabhängigkeit Sambias und Malawis von Großbritannien scheiterte. Fortan wurde Südrhodesien, von Ian Smith geführt, zu Rhodesien und erklärte 1966 einseitig seine Unabhängigkeit. Diese erlangte Simbabwe schließlich 1980, bis dahin war die Zeit aber von zahlreichen Bürgerkriegen bestimmt. Mit der endgültigen Unabhängigkeit, die Simbabwe schließlich 1980 erlangte und viele Bürgerkriege gefordert hatte, wurden nun Regierungsprogramme unter dem neuen Staatsoberhaupt Mugabe gestartet, die die Wirtschaft zunächst verbesserten. Auch in den Bildungs- und Gesundheitsbereich wurde investiert. Auf Druck der Weltbank und des IWFs strebte Simbabwe einen neuen Kurs in der Wirtschaft an, der mehr Auslandsinvestitionen vorsah. Die Kleinbauern waren diesen neuen Marktansprüchen und Bedingungen nicht gewachsen – die Wirtschaft stagnierte, viele Beschäftigte wurden entlassen. Seit der Unabhängigkeit 1980 ersehnt, führte man im Jahr 2000 schließlich die Landreformen durch, die aber chaotisch, oft unangekündigt und gewaltsam vonstatten gingen. Etwa 11 Mio. ha Land wurde weißen Farmern enteignet und dann neu auf die Bevölkerung verteilt. Eine versprochene Entschädigung blieb oftmals aus und das Land ging häufig an Politiker, die über keinerlei landwirtschaftlicher Kenntnisse verfügten und das Land verkommen ließen. Nahrungsmittelknappheit, Arbeitslosigkeit bei den vertriebenen Bauern und große Unzufriedenheit in der Bevölkerung waren die Folgen, sodass die amtierende ZANU Partei ihre Macht ernsthaft bedroht sah. Fortan glich die Politik nun mehr und mehr einer Diktatur, Medien und Justiz wurden gleichgeschaltet, Oppositionelle eingeschüchtert oder getötet, Meinungs- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt bis Simbabwe international isoliert war und die Wirtschaft fast vollkommen zusammenbrechen ließ. 2008, als die Regierungszeit Mugabes eigentlich zu Ende sein sollte, kandidierte er erneut zur Präsidentschaftswahl und gewann nicht zuletzt wegen Repressionen und Gewaltakten des Mugaberegimes gegenüber Oppositionellen, die ihre Kandidatur zurückzogen. Ein Jahr später einigte sich Mugabe mit dem einst verfeindeten Oppositionellen Tsvangirai zur Machtteilung, seitdem ist Tsvagirai Ministerpräsident.

Lagebeschreibung: 

Simbabwe liegt im zentralen Süden Afrikas. Es grenzt im Süden an Botswana und Südafrika, im Westen an Mosambik und im Norden an Sambia.

Infrastruktur: 

Das Straßennetz ist in Simbabwe weit ausgebaut und recht gut. Größere Städte sind auf asphaltierten Straßen bequem zu erreichen und auch ländliche Gegenden lassen sich gut erschließen. In Simbabwe herrscht Linksverkehr. Mit den Zügen der National Railways of Zimbabwe gelangt man problemlos von Plumtree über Bulawayo, Victoria Falls, Mutare und Harare nach Triangle. In den größeren Städten gibt es ein recht gutes Linienbusnetz. Zum Selbstfahren benötigen Touristen den Internationalen Führerschein.

Flora und Fauna: 

Die Landschaft Simbabwes unterscheidet sich im Osten von der Landschaft im Süden. Das östliche Hochland ist von grünen Wäldern geprägt, im Süden dagegen findet man eine trockene Halbwüste vor. Typische Bäume, die es hier gibt sind Baobabs, Schirmakazien und Feigen. Simbabwe hat eine große Vielfalt an Tieren, die vor allem in den Nationalparks zu Hause sind. Über 400 Vogelarten, Elefanten, Büffel, Giraffen, Zebras, Geparden, Leoparden, Löwen und die vom Aussterben bedrohten schwarzen Nashörner sind nur einige Beispiele für das artenreiche Simbabwe.

Klima: 

In Simbabwe herrscht subtropisches bis tropisches Klima. Die Sommer sind feuchtwarm und die Temperaturen können auf über 35°C steigen. In den höheren Lagen des Landes liegen die Temperaturen im Sommer bei gemäßigten 25 bis 30°C. Die Winter sind mit etwa 25°C durchwärmt. Hin und wieder kann auch eine gemäßigte Nachtföste eintreten, die Temperaturen bis -5°C erreichen kann. Von November bis März dauert die Regenzeit an, die über 90% des jährlichen Niederschlags mit sich bringt. Trockenzeit ist von Mai bis Oktober.

Bevölkerung: 

Simbabwe hat etwa 12,75 Mio. Einwohner. Fast die gesamte Bevölkerung Simbabwes gehört dem Shonavolk (80%) an. Daneben findet man in Simbabwe das Ndebelevolk (15%) und weitere kleine Minderheiten wie die Tonga, Europäer, Mischlinge und Asiaten.

Sprachen: 
Englisch
Religion: 

Etwa 50-60% der Bevölkerung ist christlich, daneben praktizieren viele traditionelle afrikanische Religionen, die auf Ahnenkulturen und Geisterglauben basieren. Auch kleine Minderheiten von muslimischen und jüdischen Gemeinden sind in Simbabwe vertreten.

Essen & Trinken: 

Das Nationalgericht Simbabwes ist Sadza, ein stichfester Maisbrei, der mit würzigen Beilagen oder mit einem Eintopf wie beispielsweise rote Bohnen, Kürbis, Kohl oder Tomatensoße, serviert wird. Zu wichtigen Festen oder bei wohlhabenden Familien wird der Brei dann noch zusätzlich mit Fleisch, z.B. Rindergulasch, Schweinskotelett oder frittiertes Hühnchen angereichert. Getrunken werden neben Wasser auch Softdrinks und auch verschiedene Biersorten sind in Simbabwe vorzufinden. Interessant ist das bierähnliche einheimische Getränk „Chibuku“, was man mit wohl keinem Getränk, was man kennen dürfte vergleichen kann. Das traditionelle Maisbier „Hwahwa“ wird meist zu besonderen Anlässen gebraut.

Feiertage: 

01.01. Neujahr, 18.04. Unabhängigkeitstag, 01.05. Tag der Arbeit, 25.05. Afrikatag, 08.08. Heldentag, 11./12.08. Tag der Streitkräfte, 22.12. Tag der Einheit, 25.12. Weihnachten

Feste: 

In Harare findet jährlich das „House of Stone“ Musikfestival mit traditioneller Musik statt. Der Termin ist immer unterschiedlich.

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