Das Land der tausend Hügel

Ruanda - das Land der tausend Hügel - bekannt geworden durch Dian Fossey und ihre Berggorillas, hat heute mehr als 20 Jahre nach dem großen Genozid eine blühende Wirtschaft. Es öffnet sich dem Reisenden zugleich modern und faszinierend abenteuerlich mit tropischen Regenwäldern, in denen die letzten Berggorialls Afrikas wohnen und Luxushotels in Kigali. Saftige Plantagen und kultivierte Hügel soweit das Auge reicht lassen einen verstehen, warum Ruanda auch die "Schweiz Afrikas" genannt wird. Der Großteil des Landes ist in Höhen über 1500 Metern gelegen und so ist das Klima, trotz der Nähe zum Äquator eher mild. Einzigartige Tier- und Pflanzenarten prägen das Hochgebirge in Ruanda durch besondere Ökosysteme. Doch auch den Liebhabern der Steppe bietet Ruanda im trocken-heißen Osten des Landes einiges. Hier befinden sich der Akagera-Nationalpark mit Savannen, Sumpfgebieten und Seen.

Reiseinfos

Reisezeit: 

Die besten Reisezeiten liegen in den Trockenzeiten von Juni bis Mitte September und zwischen Dezember und Januar.

Einreisebestimmungen: 

Deutsche Staatsbürger können sich bis zu 90 Tage visumfrei aufhalten. Bei Überschreiten der 90 Tage müssen Touristen mit einer Geldbuße und einer verzögerten Ausreise rechnen.

Visum: 

Der Reisepass muss nach Ausreise aus dem Land allerdings noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Gesundheit und Impfungen: 

Eine Gelbfieberimpfung ist für alle Einreisenden, die älter als ein Jahr sind, Pflicht. Weiterhin werden die Standardimpfungen empfohlen: Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Polio, MMR, Influenza, Hepatitis A, Typhus. Bei längeren Aufenthalten: Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Krankheit. Es herrscht ein hohes Malariarisiko. Deshalb wird eine Malariaprophylaxe dringend empfohlen. Zum Schutz vor Durchfallerkrankungen, wie Cholera, sollte kein Leitungswasser getrunken werden. Um alle Risiken abzuwägen, ist es empfehlenswert vor Reisebeginn einen Tropenarzt aufzusuchen.

Zeitverschiebung: 
Sommerzeit: keine Zeitverschiebung; Winterzeit: -1 Stunde nach deutscher Zeit
Währungen: 
Ruanda-Franc
Verkehr: 

xxx

Vorwahl(en): 

+250

Ländercode: 
RWA
Wichtige Hintergrundinformationen zur Sicherheit: 

Im Allgemeinen kann man bedenkenlos nach Ruanda reisen. Allerdings wird von Reisen an die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo abgeraten.

Das Land

Land auf englisch: 
Rwanda
Geschichte: 

Ruandas Geschichte liegt wie ein großes schwarzes Tuch über diesem wunderbaren Land. Vor der Kolonialisierung hatte Ruanda eine lange Geschichte als Monarchie. Ende des 19. Jahrhundert, wurde Ruanda von Deutschland beherrscht und im Zuge der Kolonialisierung mit Burundi und Tansania zu Deutsch-Ostafrika zusammengeschlossen. Im 1. Weltkrieg wurde Ruanda dann von belgischen Streitkräften besetzt und in den belgischen Völkerbund eingegliedert. Nach langen Bestrebungen erhielt Ruanda schließlich am 1.7.1962 seine Unabhängigkeit und wurde zur eigenständigen Republik. Nun folgt das wohl dunkelste Kapitel der Geschichte Ruandas. Mit der Unabhängigkeit begannen bereits Vertreibungen und vereinzelte Massaker gegen die Minderheit der Tutsi-Bevölkerung. Die Hutu-Rebellen, welche in der Mehrheit waren, begannen untereinander Hass zu schüren. Dieser Hass steigerte sich immer weiter. Am 6.4.1994 wurde durch ein Attentat das Flugzeug, in welchem der Staatspräsident sich befand, abgeschossen. Die Rebellenanführer riefen die zweite Republik aus, welcher gleichzeitig als Startpunkt zum Genozid an den Tutsi galt. Die Folgen des Völkermordes verheerend. Vom 7. April 1994 bis Juni 1994 wurden in etwa 800.000 bis 1 Millionen Tutsi durch die Hutu-Rebellen ausgelöscht. Nach diesem Massaker partizipierte Ruanda 1998 noch im 2. Kongokrieg. Heute ist Ruanda durch den Genozid und den Krieg wirtschaftlich noch sehr geschwächt. Jedoch hat sich in den vergangenen Jahren eine sichere und durch Volksabstimmung legitimierte Verfassung etabliert, so dass Ruanda für den Tourismus wieder an Attraktivität gewinnt.

Lagebeschreibung: 

Ruanda liegt im Osten des afrikanischen Kontinents. Es grenzt im Norden an Uganda, im Süde an Burundi, im Osten an Tansania und im Westen an die Demokratische Republik Kongo.

Infrastruktur: 

Das Straßennetz in Ruanda fasst etwa 12.000 Kilometer. Die Straßen sind größtenteils in einem äußerst schlechten Zustand. Nur wenige Straßen sind asphaltiert. Ein Schienennetz gibt es in Ruanda noch nicht.

Flora und Fauna: 

Ruanda ist ein sehr bewaldetes Land. Etwa 20% der Landfläche besteht aus Wäldern. Davon befinden sich die meisten Wälder im Osten des Landes. Dort befindet sich auch der tropische Regenwald, in welchem die vom Aussterben bedrohten Berggorillas leben. Das zentrale Hochland ist geprägt von Feuchtsavannen, Eukalyptus, Akazien und Ölpalmen. Der Osten hingegen besteht hauptsächlich aus Graslandschaft und vereinzelten Büschen. Weitere vorkommende Tierarten sind Elefanten, Zebras, Löwen, Leoparden, Spitzmaulnashörner, Krokodile, Flusspferde, Wasserböcke, Antilopen und zahlreiche bunte Vogelarten.

Klima: 

Trotz Äquatornähe ist das Klima durch die hohe Lage besonders mild und feucht. Die durchschnittliche Tagestemperatur beträgt in den Höhenlagen etwa 18°C, wobei es über das Jahr verteilt keine großen Temperaturschwankungen gibt. Jedoch kann die Temperatur von Höhenlage zu Höhenlage sehr unterschiedlich sein. Im Flachland Ruandas herrschen im Gegensatz zu den hohen Gebieten heiße Temperaturen und die Luft ist äußerst trocken. Die Monsunzeiten sind von Mitte/Ende Februar und von Ende September bis Mitte/Ende Dezember.

Bevölkerung: 

Insgesamt leben in Ruanda etwa 8,4 Millionen Menschen. Mit über 400 Menschen pro Quadratkilometer, besitzt Ruanda die höchste Bevölkerungsdichte Afrikas. Der Großteil der Ruander lebt auf dem Land. Innerhalb der Bevölkerung gibt es drei ethnische Gruppen. Die größte unter diesen bilden die Hutus mit 85%, gefolgt von den Tutsis mit 14%. Die Ureinwohner Ruandas, die Twas, machen etwa 1% der Gesamtbevölkerung aus.

Sprachen: 
Englisch
Französisch
Religion: 

Die Ahnenreligionen sind in Ruanda noch immer weit verbreitet. Diese Religion basiert auf dem Glauben an einen Gott. Dies machte es den Kolonialisten besonders leicht, die Ruander zum Christentum zu missionieren. Etwa 38% gehören den Protestanten und protestantischen Abspaltungen an. Vor dem Völkermord waren vor allen die Katholiken in großer Überzahl. Momentan bekennen sich etwa 55% zum Katholizismus. Zwischen 5%-10% der Einwohner sind Muslime.

Essen & Trinken: 

Hauptsächlich werden Bohnen, Getreide und Kochbananen als Basis benutzt. Dazu wird häufig Gemüse gegessen. Fleisch wird eher selten gegessen. Besonders bekannt ist das Brochettes, ein Ziegenkebab, welcher als eine Spezialität gilt. Besondere Getränke sind selbstgebraute Biere. Unter anderem wird in Ruanda auch das Bananenbier gebraut.

Feiertage: 

Neben den uns bekannten Feiertagen, wie Ostern, Neujahr, Weihnachten, Maria Himmelfahrt oder auch der Tag der Arbeit, gibt es in Ruanda noch viele weitere Feiertage. Am 1.2. wird der Tag des Helden gefeiert, welcher an die Freiheitskämpfer erinnert, die für die Rettung der Tutsi ihr Leben verloren haben. Weitere Feiertage sind: der Genozid Volkstrauertag am 7.4., der Unabhängigkeitstag am 1.7., der Tag der Befreiung am 4.7. und der Tag der Republik am 1.10. Außerdem muss beachtet werden, dass am letzten Samstag im Monat der sogenannte Community Day ist. An diesem Tag gehen die Ruander nicht ihrer eigentlichen Arbeit nach, sondern finden sich in Gruppen zusammen, um Gemeinschaftsarbeit zu leisten. Darunter fallen beispielsweise Aufräumarbeiten oder Bauarbeiten. Außerdem bekommt die Bevölkerung die Gelegenheit über politische Themen zu diskutieren, die direkt an die Regierung weitergeleitet werden. Am Community Day werden keine touristischen Leistungen erbracht.

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