Fußballfest am Kap der guten Hoffnung

Christoph Faust - 29. Juni 2010 - 0:00

Die WM in Südafrika geht in ihre heiße Phase und dies gibt mir Anlass für eine kleine Zwischenbilanz:
Als großer Fußball- und Afrika Fan habe ich mich im Vorfeld der WM oft geärgert über Debatten bezüglich der organisatorischen Fähigkeiten der Afrikaner, ebenfalls übertrieben schienen mir die Diskussionen über die Sicherheit im Land, Zweckpessimisten spielten ungeniert regelrechte Horrorszenarien öffentlich durch. Mittlerweile spricht dann doch jeder vom Cup der Guten Hoffnung, denn keine der geschürten negativen Erwartungen wurden erfüllt, dafür hatte die Panikmache aber zur Folge, dass viele Plätze auf den Rängen unbesetzt bleiben. Mit Genugtuung stelle ich fest, dass die WM Spiele in Südafrika dennoch als die bislang lautesten in die Fußballgeschichte eingehen werden, woran sich auch nichts geändert hat, seit Südafrika selbst als bislang einziges Gastgeberland bei einer WM die Vorrunde nicht überstanden hat. Aber gerade jener Sound der Vuvuzelas rief die nächsten notorischen Nörgler auf den Plan, und wieder stießen mir die ungeniert öffentlich geführten Debatten über ein Verbot zu diesem Teil-Aspekt der Fankultur unangenehm auf, während ich mich an der allgemeinen Begeisterung im Land erfreue. Ich frage mich, wie sich wohl die Stimmung in Deutschland 2006 bei einem Ausscheiden der Deutschen in der Vorrunde entwickelt hätte? Ich vermute, ähnlich wie derzeit in Italien, Frankreich und jetzt auch in England…
Einigkeit wenigstens finde ich weltweit beim latent oder temporär fußballbegeisterten Zeitgenossen darüber, eine Fußballweltmeisterschaft auch als Fußballfest zu definieren und zumindest in Sachen Feiern unterstellt man den Afrikanern ja uneingeschränkte Kompetenzen – den Rest bekommen sie einfach nur genauso gut hin wie alle anderen: weltmeisterlich!