ein einzigartiges Safari Erlebnis
Christoph Faust - 9. August 2010 - 20:22
Bei meinem letzten Aufenthalt in Südafrika verbrachten meine Frau und ich ausschließlich Zeit um die Kap Region und entlang der Garden Route. Um uns doch noch ein Safari Erlebnis zu gönnen, fuhren wir am letzten Tag in den Addo Elephant Park. Ich kenne niemanden und habe noch nie gehört von jemandem, der es je geschafft haben soll, den Park zu durchfahren, ohne Elefanten aus nächster Nähe zu begegnen (dafür hielt ich den Hinweis auf die wenigen Löwen in dem Park lange für einen Marketinggag...). Die überschaubare Größe des Parks erlaubt es, alle Routen in dem Areal – im Wesentlichen drei große Schleifen – an einem Tag zu durchfahren und wir wurden reich belohnt mit perfekter Sicht auf allerlei Parkbewohner aus bestem Blickwinkel und genossen letztlich - nach anfänglich etwas mulmigem Gefühl - eine gute halbe Stunde inmitten einer großen Herde der grauen Riesen, die jede Bewegung mit dem Auto ausschloss. Neben jeder Menge entdeckter Bewohner hatten wir auch unseren Spaß mit Besuchern des Parks, denn mehrfach begegnete uns ein Klein(st)wagen, in dem zwei ausgesprochen füllige Damen saßen, die den Sturz der Reifen des kleinen Autos auf den Schotterwegen einem harten Belastungstest aussetzten, der Abstand der Oberkante der Reifen war bedrohlich geringer als der untere Teil mit Bodenberührung. Der Anblick der beiden molligen Damen in dem kleinen Innenraum hatte etwas von einer sich selbstaufblasenden Rettungsinsel, die versehentlich in dem Auto geöffnet wurde. Zufrieden mit der Ausbeute an gesichteten Tieren und amüsiert vom Rahmenprogramm gingen wir nach nochmals tollen Beobachtungen am Wasserloch in unser Safari Zelt, von dessen kleiner hölzerner Brüstung aus man direkt in den Park schaut, dabei fiel uns der kleine Wagen vor unserem Nachbarzelt auf und wir nahmen noch ein Schmunzeln mit ins Zelt. Safari Zelte haben den Vorteil, dass man die unglaubliche Geräuschkulisse der afrikanischen Nacht mit ins Bett nimmt mit der es sich hervorragend einschlafen lässt. In den frühen Morgenstunden, noch vor Einbruch der Dämmerung weckte mich unverhofft ein bedrohliches Knurren in unmittelbarer Nähe, ich war sofort hellwach, schnappte Kamera und Fernglas und schlüpfte aus dem Zelt auf die Brüstung und sah in der mondlosen Nacht – nichts. Auf die Augen war in der Dunkelheit kein Verlass, jeder schwarze Fleck könnte ein großes Tier sein – und ist meistens doch nur ein Busch, aber das Knurren ließ sich wieder vernehmen, sollte ich tatsächlich die wenigen Löwen entdecken, wenn schon nicht auf der (natürlich geräuschlosen) Jagd, dann vielleicht bei der (durchaus geräuschvollen) Paarung oder ähnlichem? Also folgte ich dem tiefen, vielversprechenden und wiederkehrenden Knurren, lief immer weiter entlang der Brüstung und erschreckte ordentlich, als ich das Geräusch plötzlich hinter mir vernahm. Ich fuhr herum - und stand vor dem Zelt, hinter dem der Kleinwagen parkte….
Die Enttäuschung über die nicht entdeckten Löwen wich spätestens beim Frühstück, als ich meiner Frau amüsiert von meinem nächtlichen, nicht bestandenem Safari Guide Test berichtete, ein paar Tische weiter saßen die beiden - im Gegensatz zu mir bestens ausgeschlafenen - fülligen Damen …

