Andere Länder, andere Sitten

Christoph Faust - 7. September 2010 - 19:45

Wenn man in Ländern mit einem noch nicht vertrauten Kulturkreis reist, hilft es – neben der Sprache selbst – auch Formen der non verbalen Kommunikation als landestypische Gepflogenheit zu beherrschen. Die Geste des erhobenen Daumens bedeutet in Südafrika zum Glück das Gleiche wie in Europa, es ist eine freundliche, bestätigende, positive, aufmunternde Geste, die jedoch im täglichen Leben in Südafrika viel häufiger zur Anwendung kommt als hier zu Lande:
Möchtest Du noch ein Bier? - Daumen hoch = „ja, gerne!“
Lässt Du mich über die Straße? – Daumen hoch = „vielen Dank!“
Gute Idee? – Daumen hoch = „ja, so machen wir es!“
Auch ungefragt findet der erhobene Daumen als Medium Anwendung, z.B. als Kompliment:
Wow, schickes Kleid! – Daumen hoch = „Wow, schickes Kleid!“ usw.
Meine erste Reise durch Südafrika war meine Hochzeitsreise und auch meine Frau und ich adaptierten schnell diese einfache Kommunikationsform und wanden Sie häufig an.
Auf dem Weg in den Krügerpark kamen wir in einem kleinen Städtchen an einen Kreisverkehr und mussten dort warteten, bis eine Kolonne geschmückter Fahrzeuge mit schick gekleideten Insassen passierte, die wir sofort als Hochzeitsgesellschaft identifizierten und uns - als ebenfalls frisch gebackenes Braut Paar - mit dieser identifizierten. Also warteten wir mit erhobenem Daumen aus dem offenen Fenster auf das letzte Fahrzeug und waren gespannt, wie das Braut Paar wohl hier zu Lande aussehen würde. Den ungewohnten Umstand, dass unsere solidarische Geste in diesem Fall kaum bis gar nicht erwidert wurde, ignorierten wir fataler Weise, denn das letzte Fahrzeug beförderte - einen Sarg…