Mosambik ist ein Paradies für jeden Wassersportler. Unglaubliche und weitgehend unbetauchte Riffe ziehen sich die über 2500 km lange Küste entlang. Warme Wassertemperaturen mit 23/24 Grad im Winter und 28-30 Grad im Sommer machen Baden und Schnorcheln ganzjährig zum Vergnügen. Die Korallenriffe sind atemberaubend und weisen große Fischvielfalt auf. Walhaie und Mantarochen sieht man hier auf Tauchgängen, zur richtigen Saison, sehr regelmäßig. Segeln, Kitesurfen, Hochseeangeln, Seekayak sind weitere Wassersportarten die man hier wunderbar ausüben kann.

Die unglaublich lange, traumhafte Küste entlang des Indischen Ozean besteht fast durchgehend aus feinen, weißen Sandstränden und ist über hunderte von Kilometern gesäumt von reinen Kokosnusswäldern. Nur an ganz wenigen vereinzelten Orten haben sich Lodges angesiedelt, die bereits vom internationalen Tourismus erreicht werden können. Dazu zählen das Bazaruto und Quirimbas Archipel, Vilanculos, Inhambane mit seinen Stränden um Tofo und Barra, Pemba und Maputo mit Umgebung. Andere Orte weisen zwar vereinzelt auch kleine meist einfache Lodges auf. Diese ziehen aber größtenteils noch keinen internationalen Tourismus an (wenn man vom südafrikanischen und simbabwischen Tourismus mal absieht, der im südlich und östlichen Afrika allgegenwärtig ist und in Afrika wohl nicht als „international“ zählt).

Grund für die geringe touristische Erschließung ist die fehlende Infrastruktur des Landes. Das Land im südöstlichen Afrika, welches fast 500 Jahre portugiesische Kolonie war, ist erst seit 1975 unabhängig. Kurze Zeit später wütete ein Bürgerkrieg im Land, der erst Mitte der 90er Jahre beigelegt werden konnte. Somit öffnete sich das Land auch erst danach dem Tourismus. Die für viele Jahre einzig intakte Teerstraße, zieht sich entlang der Küste von Maputo nach Norden. Verlässt man die Teerstraße, gibt es nur schlecht bis miserabel ausgebaute Sandpisten, die zur Küste hin in Tiefsand übergehen und somit die Erreichbarkeit deutlich erschweren. Wagt man es aber trotzdem (am besten mit GPS, da man ansonsten keine Hinweise hat wohin es geht), wird man mit menschenleeren Stränden belohnt die schöner nicht sein könnten. Meist sind die Lodges hier draußen, wenn es sie gibt, für Selbstversorger.

Zwar gibt es hier in den abgelegenen Regionen keine Supermärkte, dies stellt aber auch kein Problem dar, weil alles Wesentliche zum Haus gebracht wird. Früh am Morgen kommen bereits die ersten Kinder mit herrlich frisch gebackenen Brötchen, ganz traditionelle „portuguese rolls“ wie sie hier genannt werden. Sie sind noch warm und duften köstlich. In großen Schüsseln wird auch eine Auswahl an frischem Obst und Gemüse, Cashewnüssen und Kokosnüssen gebracht. Von den Fischern am Strand kann man Fische, Garnelen, Krebse und Crayfisch (Langusten) abkaufen, die am selben morgen gefangen wurden. Frischer geht es nicht und so profitieren die umliegenden Dörfer auch von den einzelnen Besuchern in der Region. Ohne diese leben sie weitestgehend von Subsistenzwirtschaft, denn andere Möglichkeiten Geld zu verdienen gibt es hier draußen nicht.

Die Ruhe ist hier allgegenwärtig. Im seichten flachen Wasser, welches die der Küste vorgelagerten Korallenriffe vom Strand trennt, schippern malerisch die traditionellen Segelboote (Dhows) vorbei und versetzen den Betrachter in eine andere Zeit. Keine Motorboote oder lauten Jetskies stören den Frieden, außer das ein oder andere Fischerboot der Südafrikaner, die hier zum Hochseeangeln herkommen und keinen Aufwand scheuen ihre Boote über tiefe Sandpisten bis ins Hinterland zu bringen. Aber meist sind diese mit dem ersten Tageslicht bereits draußen auf hoher See und kehren erst am Nachmittag mit reicher Fischbeute zurück.

Fährt man mit dem Fahrzeug durch Mosambik, durchquert man Städte, und Ortschaften die von portugiesischer Architektur geprägt sind, zugegeben, deutlich runtergekommen und renovierungsbedürftig, dafür aber meist afrikanisch farbenfroh angepinselt. Wie überall in Afrika spielt sich das ganze Leben entlang der Hauptstraße der Ortschaften ab. Hier reiht sich ein Marktstand an den anderen und wer nicht selber verkauft, leistet den anderen Gesellschaft, durch fröhlich, lautstarke Konversation. In Afrika redet und lacht man immer laut. Das macht es so ehrlich und lebhaft. (Ich erinnere mich dabei gerade an das erste Jahr als Jeff in Europa war. Das was ihm damals unmittelbar auffiel war, dass es so unglaublich leise in den Straßen ist und die Leute nicht miteinander reden oder nur „flüstern“  - naja, für einen Afrikaner scheint es zumindest so).
Außerhalb der Ortschaften findet man auch zahlreiche Verkaufsstände die je nach Region tropische Früchte, Nüsse oder die legendäre mosambikanische Piri-Piri Sauce in allen Varianten anbieten. Besonders schön anzusehen ist die Art, wei die Menschen die Stände hübsch anrichten, oder durch einfache Mittel wie mit Luft gefüllte Plastiktüten, auf Ihre Cashewnuss- Stände entlang der Straße aufmerksam machen.

Ochsenwagen sieht man ebenso regelmäßig wie turmhoch beladene Fahrräder oder Esel. Auch die Busse werden besonders ökonomisch betrieben und bis zum letzten Platz auf dem Dach gefüllt. Nicht selten sieht man (Oje!!) Ziegen und Hühner auf den Gepäckträger des Busses geschnallt.

Der Kontrast der roten Erde und grasgrünen, tropischen Vegetation mit dazwischen errichteten Hütten aus Palmenwedeln ist besonders malerisch und idyllisch anzusehen. Die Mosambikaner müssen alljährlich zwischen Januar und März die Zyklonsaison durchstehen, die mit ihren heftigen Orkanen regelmäßig Häuser zerstört oder komplett wegbläst. Deswegen wahrscheinlich hat sich die schnelle Bauweise mit überall kostenfrei zu erhaltenen Palmenwedeln durchgesetzt. Die besondere Flechttechnik lässt die Hütten schön und gepflegt aussehen.

Das Land per Auto zu erschließen ist einfach wunderschön. Es ist sicherlich nicht für jedermann, denn nach wie vor wird man regelmäßig durch Polizeikontrollen gestoppt, die einem beliebige Vergehen vorwerfen um durch eingeforderte Bestechungsgelder ihr Gehalt aufzustocken. Dieses Jahr erschien es uns allerdings einiges weniger willkürlich, als auf vergangenen Reisen hierher. Natürlich gibt es auch bestimmte Tricks diese Bestechungsgelder zu vermeiden, aber diese Tricks gibt es nur mit den Reiseunterlagen :-).

Abseits der genannten „touristischeren“ Orte braucht man definitiv einen Geländewagen mit viel Bodenfreiheit, da das Gelände generell abseits der Teerstraße schwierig ist. IN Mosambik sollte man (außer man ist auf Weltreise und hat alle Zeit der Welt) sicher wissen wo man jeweils am Reisetag ankommen will, denn Alternativen gibt es meist nicht in großer Zahl.

Wir sind nicht der Meinung das Mosambik sich als Selbstfahrer für Afrika Neulinge eignet. Dafür ist zu viel Sandstraße vorhanden sowie afrikanisches Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft erforderlich. Für jeden Afrikaliebhaber, der auch schon Botswanas und Namibias Sandstraßen gemeistert hat, ist dies aber ein hervorragendes Traumreiseziel, welches viele exotische und außergewöhnliche Erlebnisse verspricht. Das Einzige was Sie hier nicht überall und immer weiter bringt, ist Englisch. In Mosambik spricht man neben den lokalen Sprachen hauptsächlich Portugiesisch.

Ein Bier lässt sich aber durchaus auch mit der Dorfgemeinschaft unter einem schattigen Baum genießen. Für Kommunikation reicht ein Lächeln oder auch mal die Hände oder Füße. Das Gelächter wenn Sie sich umständlich abmühen ist Ihnen garantiert.
Jeff und ich warteten in einem Dorf irgendwo im Hinterland auf Freunde, die keinen 4x4 hatten um sie ggfs durch den Tiefsand abzuschleppen. Die Freunde wussten nicht dass wir auf sie warteten und wir nicht wann sie kommen. Dies war ene typisch afrikaniche Situation in der man einfach dasitzt und wartet. Vielleicht kommen sie heute, vielleicht nicht. Man kann es eh nicht ändern.
Also saßen wir mit den Locals (für die wir ohne Zweifel eine Attraktion waren, da sicher noch nie ein Fremder sich hier unterm Baum bei der Dorfgemeinschaft niedergelassen hat) und warteten. Eine Stunde, oder zwei? Keine Ahnung. War auch nicht wichtig.
Am Ende kamen die Freunde und wären fast mit riesen Staubfahne an uns vorbei gebraust hätte Jeff sich nicht unübersehbar in die MItte der Sandstraße gestellt. Und so kam es, dass wir deren Fahrzeug hinter dem einzigen Laden/Bar im Ort unter der Obhut der netten Dorfbewohner abstellten und gemeinsam mit ihrem Gepäck im Geländewagen die 30 km zur Küste durch Tiefsand weiter reisten. Natürlich war das Fahrzeug bei diesen netten Menschen vollkommen sicher und das Dorf verdiente sich eine kleine Nebeneinnahme. Kriminalität ist mit Sicherheit in Maputo ein großes Thema, aber hier auf dem Land in dem die Menschen einen Bewegungsradius von 10-20 km haben ist dies kein großes Thema.

Der Urlaub war großartig. Sowohl für die Hinfahrt zu unserem Ziel nahe Pomene und für die Rückfahrt mussten wir Stopps einplanen um die lange Strecke zu unterbrechen. Für 600 km muss man ca. 10-12 Stunden einplanen, und das gilt nur für die Teerstraßen. Einmal davon runter geht es mit 30 km/h weiter. Es gibt aber zahlreiche schöne Orte entlang der Küste wo sich ein Stopp auf jeden Fall lohnt. Fragen Sie uns bei Interesse.